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Interview
mit der Leiterin des Referates III (Personal) Oberkirchenrätin Dr.
Evelin Albrecht
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1.
Stichwort: Biographie/Pfarramt. Haben Kirche und Religion in
Ihrer Familie eine Rolle gespielt? Wie kamen Sie dazu, Theologie
zu studieren und was waren Ihre Berufsvorstellungen? |
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Oberkirchenrätin
Dr.
Evelin Albrecht
Qu:
ELKiO |
Albrecht:
Bis zu meinem Großvater gab es immer einen Pfarrer in der
Familie. Ich selber war seit dem 5. Lebensjahr zum
Kindergottesdienst gegangen und bin auf diesem Wege in die
Kirche hineingewachsen, bin also von Kindheit an kirchlich
sozialisiert gewesen. Ich war auch in der Kinder- &
Jungschararbeit sowie in Gemeindebücherei aktiv. So wuchs schon
früh der Wunsch, Pastorin zu werden. Ich habe auch später im
Studium nie eine Diskrepanz zwischen Wissenschaft und
kirchlichem Engagement gesehen. |
2.
Was ist Ihr heutiges Bild vom Pfarramt und hat sich dieses Bild
im Laufe der Zeit verändert? Hätten Sie den Pfarrberuf auch
ergriffen, wenn Ihnen diese Erfahrungen damals schon bekannt
gewesen wären? |
| Albrecht:
Ich würde auf jeden Fall wieder Theologie studieren und |
| Pfarrerin
werden wollen. Und ich sehe im Pfarrberuf einen Grundauftrag mit
zwei sich ergänzenden Schwerpunkten: Gott dienen und den
Menschen dienen. |
Gott
dienen und den Menschen dienen
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3.
Sie sind heute als Oberkirchenrätin tätig und sind hierbei
vorallem für den Bereich eines Personaldezernates zuständig:
Was reizt Sie an dieser Arbeit? Welche neuen Erfahrungen haben
sich dadurch ergeben? |
| Albrecht:
Meine Aufgabe ist ein sehr spezieller Dienst. Es ist reizvoll zu
überlegen, wie das Pfarramt weiterzuführen ist. Es ist eine
Herausforderung, die richtige Person auf die richtige Stelle zu
setzen. Mir ist dabei vorallem wichtig, das Gemeindeinteresse im
Auge zu behalten. Es muss beides zusammen gesehen werden: Die
passende Person in die passende Gemeinde, nur so ist eine
optimale Arbeit möglich, und dies wünsche ich mir für die
Gemeinden. |
4.
Wie sehen Sie ihre Rolle als „Personalchefin“ der
Oldenburgischen Kirche und wie würden Sie das Miteinander mit
den Pfarrerinnen und Pfarrern in der Landeskirche beschreiben? |
| Albrecht:
Ich hoffe doch, dass es ein gutes Miteinander ist. Mir persönlich
ist das Gespräch miteinander wichtig und ich mag nicht gern die
„Chefin“ raushängen lassen. Wenn wir kollegial miteinander
umgehen, können wir uns auch besser verstehen und kennen
lernen. Dabei stelle ich mir aber auch die Frage, in wie weit
man auch Seelsorger für die Pastoren sein kann, wenn man
gleichzeitig auch diestrechtlicher Vorgesetzter ist. Manchmal
ist es schwierig zu trennen, was nun ein seelsorgerliches und
was ein dienstrechtliches Gespräch ist. Aber für mich steht
klar im Vordergrund, nicht mit dem Gesetzbuch in der Hand zu
kommen, sondern einen Dienst der persönlichen Seelsorge zu
leisten. |
5.
Welche Erwartungen oder Wünsche haben Sie an die Pfarrer/innen?
Was sollten diese alles für den Pfarrberuf mitbringen
(abgesehen vom kirchlichen Examen)? |
| Albrecht:
Was mir oft fehlt und was mir persönlich wichtig wäre ist die
Begeisterung für den Beruf. Examensnoten sind dabei nicht
ausschlaggebend, sondern es kommt auch auf die Kommunikationsfähigkeit
und vergleichbare Fähigkeiten an. |
Man
„ist“ nicht Pastor, sondern man „lebt“ es ein Pastor zu
sein.
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Die
Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen muss man durchspüren
können, einen solchen Beruf sollte man nicht nur als Job
ansehen, um damit seine Brötchen zu verdienen. |
| Man
„ist“ nicht Pastor, sondern man „lebt“ es ein Pastor zu
sein. Ein Pastor sollte mit seiner ganzen Person hinter seinen
Beruf stehen. |
6.
Im 6. Leuchtfeuer des EKD-Impulspapieres wird das Pfarramt als
Schlüsselberuf bezeichnet? Welchen Stellenwert räumen Sie dem
Pfarramt (z.B. auch gegenüber anderen hauptamtlichen Tätigkeiten)
ein? |
| Albrecht:
Das Pfarramt muss im Zusammenhang mit anderen Ämtern und
Diensten gesehen werden. Der Pfarrer / die Pfarrerin sollte sich
nicht als „Pfarr-Herr“ oder „Pfarr-Frau“ verstehen. Auch
das Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen spielt hier eine
Rolle. Der Pfarrer ist ein Spezialist für die Verkündigung,
aber nicht für Verwaltung und allen kirchlichen Arbeiten.
Dennoch muss er als vorstehender Leiter auch Führungskompetenzen
haben, sollte dies aber mit dem Selbstverständnis „eines
Diensttuenden unter anderen“ ausgleichen können. Er sollte
ein Gespür für die Interessensgruppen von Mitarbeitern in der
Gemeinde haben. |
| Ich
weiß, dass das Loslassen von einzelnen Aufgabenbereichen
schwerfallen kann, aber man muss auch Verantwortungen anderen überlassen
können, zum Beispiel Diakonen oder Ehrenamtlichen. |
Der
Pfarrer tut seinen Dienst unter anderen
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7.
Es wird häufig die „Allzweckfunktion“ der Pfarrer/innen
innerhalb einer „Pastorenkirche“ hinterfragt. Wie ist Ihre
Position, z.B. konkret zum Verhältnis von ehrenamtlichem
Kirchenratsvorstand und Pfarrstelleninhabern? Teilen Sie die
Auffassung, dass viele Pfarrer/innen einen Großteil ihrer Zeit
für „fachfremde“ Aufgaben (z.B. im Bauausschuss etc.)
aufbringen müssen? |
| Albrecht:
Wir lassen in unserer Kirche Aufgabenpläne für die Gemeinden
& Gemeindekonzeptionen erarbeiten. Diese zielen darauf, dass
Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden müssen. Wer hat
wo Schwerpunkte? Wer kann sich einbringen? Die Aufgaben des
Gemeindekirchenratsvorsitzes sollten nicht automatisch alle auf
die Pfarrer übertragen werden. Zwischen allen Mitarbeitern,
hauptamtlichen wie ehrenamtlichen, gilt es die Aufgaben zu
verteilen. Dabei ist verstärkt in den Gemeinden ein Miteinander
zu suchen und zu gestalten, damit sich Bereiche nicht verselbständigen. |
8.
Welchen Stellenwert räumen Sie dem Lektoren- und
Predikantendienst ein? Im Leuchtfeuer 5 des EKD-Impulspapieres
wird gegenüber dem Pfarramt ein Verhältnis von 1:1:1 angeregt?
Wo sehen Sie Chancen, wo ggf. Grenzen für eine stärkere
Einbindung von Lektor/innen oder Predikant/innen? |
| Albrecht:
Wir haben viele Lektoren, viele die die Ausbildungsgänge
absolvieren, weniger jedoch, die dann tatsächlich auch
Gottesdienste abhalten. Eine Zielvorstellung von einem Verhältnis
von 1:1:1 sollte man nicht sehen. Der Lektorendienst ist eine
Aufgabe, die von Hauptamtlichen abgeleitet wird, die geistliche
Verantwortung muss aber überwiegend bei den Hauptamtlichen
bleiben. Dies gilt für die Ausbildung wie auch für das
theologische Verständnis dieses Amtes. Ich würde kein gleiches
Zahlenverhältnis zwischen diesen Ämtern anstreben wollen, denn
das Lektoren- und Predikantenamt ist und bleibt ein Hilfsamt,
dass unter der geistlichen Verantwortung eines Pfarrers stehen
muss. Man muss klare Grenzen ziehen, um geitlich-theologischen
Wildwuchs oder ein Predigen aus dem Bauch heraus zu unterbinden.
Deshalb halten Lektoren auch „nur“ eine Lesepredigt, die
vorher von einem Theologen verfasst worden ist. Die Predikanten
schreiben zwar ihre eingene Predigten, aber die Verantwortung
hierfür bleibt bei der Kirche, welche sie beauftragt und
entsprechend eingeführt hat. |
9.
Das Geld wird knapper und alle müssen sparen. Auch im Bereich
der Gemeindepfarrstellen werden 30 Stellen bis 2015 eingespart.
Macht Ihnen dies Sorgen oder meinen Sie, dass man hieraus auch
einen positiven Impuls für ein neues Selbstverständnis von
Kirche vor Ort gewinnen kann? Und welche Auswirkungen wird dies
für eine „Präsenz in der Fläche“ haben müssen? Welche Möglichkeiten
oder Schwierigkeiten ergeben sich hierbei aus den „Notlösungen“,
auch 50%- oder 75%-Pfarrstellen zuweisen zu müssen und wie kann
dies den Gemeinden besser vermittelt werden? |
| Albrecht:
Ich sehe hier auch eine Chance für einen neuen Impuls. Der
bereits angesprochene Aufgabenplan zur Gemeindekonzeption zwingt
dazu, sich auf bestimmte Aufgaben zu konzentrieren, nicht nur in
den Handlungsfeldern beschneiden zu lassen.
Warum sind wir Kirche? Warum sind wir Gemeinde? Warum bin
ich Pfarrer? Wie wollen wir Christen leben? Dies sind Fragen,
die uns dabei begleiten. Natürlich tut es weh von liebgewonnen
Bereichen Abschied zu nehmen, aber ich sehe hier auch eine
Chance für einen Neuaufbruch in einem positiven Sinne. |
Wir
versuchten so lange wie möglich alle in den Dienst zu übernehmen
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Die
50%-Stellen haben sich ergeben, um auf diese Weise so lange wie
möglich alle übernehmen zu können, die als Nachwuchs in den
Dienst kamen. |
| Das
hatte zur Folge, dass wir lange Zeit alle Kandidaten genommen
haben und durch verschiedene Maßnahmen wie z.B. durch die
Schaffung von sog. Teildienststellen ermöglicht haben, alle
geeigneten Bewerber einen Arbeitsplatz zu geben. Diese sind übrigens
Teildienststellen, keine Teilzeitstellen, denn man kann
pfarramtliche Aufgaben nicht in Zeit- und Stundenkontingenten
abrechnen, dies würde dem Pfarramt nicht gerecht werden. Das
ganze hat nun zur Folge, dass wir heute überbesetzt sind und
gleichzeitg aus finanziellen Gründen Stellen kürzen müssen
und so nicht mehr die Möglichkeit haben, alle zu übernehmen.
Man kann aber derzeit nicht davon ausgehen, dass wir demnächst
in der Fläche gar kein Pfarrer mehr haben werden. Längerfristig
ist es unser Ziel, dann aus vielen halben Stellen wieder ganze
Volldienststellen zu generieren. |
10.
Zur Zeit stehen zur Planung 2 Jahre Vikariat, 3 Jahre
Pfarrvikariat und weitere 5 Jahre Probezeit an, bis künftige
Pfarrer/innen den Status einer Volleinstellung einschließlich
voller Gehaltszahlung erreichen. Zudem ist der Status des
„Pfarrvikars“ kirchenjuristisch noch nicht sauber geklärt
und es gibt kritische Anfragen, weil Betroffene gerade in der
potentiellen Familiengründungszeit „nur“ in einem
Angestelltenverhältnis ihren Dienst leisten. Wie gehen Sie mit
solchen Anfragen um? Sind dies „Notlösungen“ oder wie könnten
Alternativen aussehen? |
| Albrecht:
Zunächst wird der von Ihnen beschriebene Planungsstand nach der
nächsten Synode überholt sein, denn die Überlegungen gehen
dahin, dass es 3 Jahre nach dem 2. Examen nun eine Probezeit von
nur noch 2 Jahren geben soll. Die Überbrückungszeit bis dahin
kann im Pfarrvikariat oder in einer anderen Tätigkeit
wahrgenommen werden. Diese ist im übrigen von der Laufbahn
unabhängig, auch das Dienstverhältnis als Pfarrvikar ist nur
ein Angebot, keine Verpflichtung. Es ist ein Angebot, um die
Wartezeit zwischen Vikariat und Probezeit zu überbrücken. Die
Übernahme zum Pfarrer auf Lebenszeit erfolgt damit erst 5 Jahre
nach dem Vikariat. |
11.
Einer Ihrer Kollegen, Herr OKR Frühwald (EKMD), setzt sich dafür
ein, das Landeskinderprinzip gänzlich aufzulösen. Wie ist Ihre
Position hazu und sehen Sie darin für Oldenburg und
Niedersachsen eher Chancen oder eher Risiken? |
| Albrecht:
Ich sehe darin keine Gefahr. Es wäre hilfreich, um einen
Ausgleich zwischen den Kirchen zu schaffen. Aber es dürfte wohl
faktisch nicht möglich sein solange alle Kirchen Stellen kürzen
müssen. Die Öffnung der landeskirchlichen Grenzen wäre aber
eine Erleichterung, weil diejenigen, die nicht übernommen
werden können, dann in anderen Kirchen Chancen hätten.
„Reisende soll man nicht aufhalten“, heißt es doch so schön.
Zur Zeit ist ein Wechsel nur durch ein Tauschverfahren möglich. |
12.
Herr OKR Frühwald (EKMD) unterstreicht gern die Vorteile des
mitteldeutschen Modells, in welchem die klassischen Aufgaben
eines Ausbildungsdezernates und Personaldezernates quasi „in
einer Hand“ liegen. Halten Sie es für wünschenswert, dass
eine Personaldezernentin möglichst früh Kontakt mit ihren zukünftigen
Mitarbeiter/innen hat und wenn im Umkerhschluss auch die
Studierenden möglichst frph ihre künftie „Personalchefin“
kennenlernen? Oder haben Sie Gründe, dass diese Bereiche
getrennt wahrgenommen werden sollen? |
| Albrecht:
Hierzu kann ich mich zum derzeitgen Zeitpunkt leider nicht äußern.
Aber in der überschaubaren Oldenburger Kirche kennt man sich
und kann sich in verschiedenen Zusammenhängen kennenlernen. |
13.
Immer häufiger wird die Frage nach einem strukturierten
Personalmanagement mit strategischer Personalentwicklungsplanung
gestellt. Stehen Personalmanagement und Personalentwicklung mit
dem synodalen-presbyterialen System für Sie im Widerspruch oder
in einer Spannung? Kann und darf aus Ihrer Sicht in der Kirche
überhaupt von Personalmanagement gesprochen werden? Und falls
ja, welche Chancen und Möglichkeiten sehen Sie in den
verschiedensten Instrumenten des modernene Personalmanagements
aus Wirtschaft, Militär und Politik (z.B. Controlling,
Coaching, Mentoring, ...)? Darf man oder sollte man vielleicht
in der Kirche mit Methoden der Betriebspädagogik (Förderung
von Selbstmanagement, Führungskompetenzen, Unternehmenskultur,
Organisationsentwicklung etc.) arbeiten? |
| Albrecht:
Ein „Karriere-Wettbewerb“ widerspricht dem Pfarramt. Aber
man sollte durchaus Spezialisierungen fördern. So braucht z.B.
die Krankenhausseelsorge oder die Gehörlosenseelsorge eine
Spezialistenförderung, weil die Ausbildung hierfür sehr lang
ist. |
| Instrumente
zur Stellenbesetzunge hängen meiner Meinung nach auch je von
der Größe einer Kirche ab. |
„Karriere-Wettbewerb“
widerspricht dem Pfarramt.
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In
Oldenburg ist dies relativ demokratisiert, es gibt relativ
wenige Bewerbungen pro Stelle und die Besetzung ist auch nur
allgemein planbar, denn dies hängt natürlich auch von den
Bewerbern ab.
Ich
halte die Instrumente der Personalmanagements für nur begrenzt
anwendbar, sie sollten nicht in Personalplanungen vorkommen. Man
sollte sich eher auf die Bereiche Seelsorge, Förderung und
Begleitung im Pfarramt konzentrieren. |
14.
In der Beschlussvorlage II der Steuerungsgruppe, der im Mai
diesen Jahres von der 46. Synode zugestimmt worden war, wird von
Koordinierungsaufgaben gesprochen, welche die künftigen
Kreispfarrer/innen wahrnehmen sollen. In welcher Weise werden
diese hierfür fortgebildet und welche Schulungs- und Qualitätsstandarts
könnte es für künftige Kreispfarrer/innen geben? |
| Albrecht:
Die Gestalt des zukünftigen Kreispfarramtes wird zur Zeit noch
im Rahmen der Steuerungsgruppe verhandelt. Fragen der
Qualifizierung der künftigen Kreispfarrer sind demgegenüber
sekundär. |
15.
Es gibt Überlegungen für konzeptionelle Schulungen und
Fortbildungen für künftige Kirchenleitungen, so hat z.B. Prof.
Jäger (KiHo Bethel) vor einiger Zeit ein Konzept für die
Ausbildung künftiger (Landes)Superintendenten/innen erstellt.
Sind solche Instrumente brauchbar und wie könnte ein
entsprechender Personalförderungsplan konkret für eine
Landeskirche aussehen? |
| Albrecht:
Ich selber habe auch einmal an einer Managementausbildung
teilgenommen. Hierbei stellt sich immer die Herausforderung, das
Erlernte auf die jeweilige kirchliche Struktur umzudenken, denn
die Strukturen sind von Kirche zu Kirche unterschiedlich, je
nach Größe, Tradition usw. Ich denke, man sollte den internen
kirchlichen Entwicklungen mehr Raum geben, hier stellen sich
spannende Aufgaben. Aber Konzeptplanungen, die von außen
herangetragen werden und keinen konkreten Praxisbezug haben,
bringen uns nicht weiter; sie bleiben nur schöne Theorien. |
16.
An vielen Stellen und in vielen Ebenen wird immer wieder
festgestellt, dass die kirchlichen Hauptamtlichen – insb. die
Pfarrer/innen – Reformen und Veränderungen in der Kirche am
meisten skeptisch entgegen treten oder sogar als
„reformresistent“ bezeichnet werden. Sehen Sie dies auch so
und wie könnte dies vielleicht geändert werden, damit alle
Mitarbeiter/innen gemeinsam zu neuen Ufern aufbrechen und
Kirchenreformen als Chance wahrnehmen? |
| Albrecht:
Die Gemeindekonzeptionen zielen auch darauf, die Pfarrer in
Bewegung zu setzen, ein Umdenken in der Pfarrerschaft
anzukurbeln. Das geht bis in die Pfarrerfortbildung hinein. |
Die
Gemeindekonzeption soll ein Umdenken ankurbeln
|
Aber
wir haben allgemein eine relativ junge Pfarrerschaft, viele
bringen den Gedanken mit, |
| dass
sich was ändern muss, auch wenn einige Brüder und Schwestern
ein sehr traditionelles „Pfarr-Herren“-Bild haben. Aber man
sollte verstehen, dass dieses Ängste sind, etwas vielleicht
Liebgewonnenes loslassen zu müssen. |
17.
Eine Frage zum Abschluss: Angenommen, die Synode würde Ihnen
diskussionslos einen Wunsch erfüllen. Was würden Sie sich für
die Kirche im Oldenburger Lande wünschen? |
| Albrecht:
Ich würde mir lebendige Gemeinden wünschen. Aber sie sollen
auch nicht im Aktivismus ersticken, sondern sich vom Evangelium
her verstehen, also Gemeinden, in denen Gottesdienst und Verkündigung
einen Mittelpunkt darstellt. Und ich wünsche mir, dass möglichst
viele Menschen in den Gemeinden begleitet werden, neu
hinzukommen und eine Heimat finden. |

Das
Interview führte Stefan Bölts |
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Ich
danke Ihnen für dieses Gespräch. |
Interview
mit
Oberkirchenrätin
Dr.
Evelin Albrecht
am
12.10.06


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