Perspektivprozess und Strukturreform in Oldenburg

Perspektivprozess  

und Verwaltungsreform

 in der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg

 


Leserbriefe


Entmachtung befürchtet
 

Seit fast 20 Jahren beschäftigen sich verschiedene "Kreise" mit der "Umgestaltung der Verwaltungsstruktur". Außer Zeitverschwendung, Bindung von Ressourcen - die man nutzbringender hätte einsetzen können - und einer Unmenge an papierfüllenden Aktenordnern ist nichts Positives herausgekommen. Nun hat eine Steuerungsgruppe bis auf 50 Cent genau herausgefunden, dass die Installierung eines Verwaltungsamtes in Oldenburg rund vier Millionen Euro einsparen würde. Welche Rechenkünstler waren hier am Werk? Ein nicht ganz kleines Verwaltungsamt in der Oldenburgischen Kirche kostet die Kirchensteuerzahler jährlich rund 160.000 Euro. Eine centgenaue Nennung erspare ich mir, da ich nicht weiß, wie sich die Mehrwertsteuererhöhung, die zukünftigen Energie-, Personal- und Sachkosten auswirken werden. Welche hellseherischen Fähigkeiten stecken in der Projektgruppe, um Einsparungen von genau 3.985.813,50 Euro auszurechnen?

Ich behaupte, dass alle in der Oldenburgischen Kirche bestehenden und funktionierenden Verwaltungen die Kirchensteuerzahlern nicht einmal so viel kostet wie eingespart werden soll. Über den Sinn und Unsinn dieser Zerschlagung der funktionierenden Verwaltung wird sicherlich von anderer Seite mehr geschrieben werden. Meines Erachtens steckt dahinter nur eine Entmachtung der Kirchengemeinden zu gunsten der Kirchenleitung, die noch gar nicht definiert ist. Es geht darum, eigene Besitzstände zu halten und zu sichern. In einem Forum der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen zu deren ähnlich abgelaufener Verwaltungsstrukturreform gibt es folgenden Beitrag zu lesen: "Und ich habe immer noch die Befürchtung, dass bei den ganzen Maßnahmen, die als Strukturmaßnahmen bezeichnet werden, eine Macht 'die Fäden zieht', die in unserer Kirche ganz bestimmt nicht dazu berechtigt sein sollte..."

Ich möchte noch anmerken, dass nach der Reform weitere Arbeitswege in Kauf genommen werden müssen, die die Umwelt unnötig belasten. ... Außerdem würde eine Zentralisierung gerade für viele Teilzeitkräfte den Verlust des jetzigen Arbeitsplatzes bedeuten, da die Arbeitszeiten weitgehend auf die familiären Bedürfnisse ausgerichtet werden müssen und somit ein angebotener Arbeitsplatz in Oldenburg nicht angenommen werden kann.

Frank Bergmann, Sande, Verband kirchlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Oldenburg e.V.


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