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Pressemitteilungen zum Strukturprozess (Archiv)

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Diskussions-Forum: Strukturreform & Perspektiveprozess in Oldenburg


Auszüge aus der Einbringungsrede zu den 

Beschlussvorlagen der Steuerungsgruppe 

der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg

Mai-Synode 2006 in Rastede

Pfr. D. Qualmann,

Vorsitzende der Steuerungsgruppe

"Unsere Beschlussvorlagen enthalten Vorschläge zu Einsparungen und daraus folgend notwendige Umstrukturierungen der kirchlichen Arbeit. Wer so etwas macht, nimmt Ambivalenzen in Kauf. Jeder Veränderungsvorschlag impliziert ja Kritik, vielleicht sogar eine Kränkung der bisherigen Arbeit. Ich will in dieser Rede die Worte sorgsam wählen, weil ich Sie einladen will, Veränderungen, die wir für notwendig halten, gemeinsam zu gestalten und zu verantworten. Darum möchte ich Sie, die ganze Synode einladen, mit uns den tausenden ehren-, neben- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserer Kirche, in den Gemeinden, Werken und Einrichtungen und Verwaltungen Dank zu sagen für ihre engagierte und motivierte Arbeit, die sie unter nicht einfacher werdenden gesellschaftlichen und finanziellen Bedingungen bei zugleich häufig steigendem Erwartungsdruck tun.

Die Kirche lebt allein aus der Zusage des Geistes Gottes, aber dieser gewinnt Gestalt in der Begeisterung der Menschen, die, an welchem Ort auch immer, für die Weitergabe der Menschenfreundlichkeit unseres Gottes eintreten.

    

Wir haben als oberstes Organ der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg eine Fürsorgepflicht nicht nur für die Arbeitsplätze, sondern auch für die Motivation zur Mitarbeit in unserer Kirche. Und deshalb, liebe Synodale, müssen wir, so gut wie wir es verantworten können, uns auf die erkennbaren Veränderungen in Kirche und Gesellschaft einstellen. Es geht nicht um Kritik oder gar Kränkung, sondern um zukunftsfähige Strukturen, für die wir auch die personellen und finanziellen Ressourcen haben.

   

[...]

   

Es wäre Selbstbetrug, die Dominaz der ökonomischen Zwänge bei unseren Beschlüssen zu leugnen. Wenn schon Finanzreferenten seufzen:" Wir reden nur noch vom Geld", ist das Warnzeichen ja unüberhörbar. Ich bin persönlich in Briefen und Gesprächen immer wieder ermahnt worden: "Vergessen Sie die Theologie nicht. Erwarten Sie das Heil wirklich von Strukturveränderungen?" Das geht mir, vielleicht verstehen Sie das ja, durchaus unter die Haut. Nur, d[ie] Notwendigkeit des einen hebt die des anderen nicht auf. Und - finanzielle Fragen lassen sich nicht durch theologische Antworten lösen. Die Institution Kirche ist zugleich ein theologisches, ein organisatorisches und ein finanzielles System. Diese drei Faktoren stehen durchaus in einem Zusammenhang, müssen aber jeweils auch in ihrer Bedeutung gewürdigt werden. [...]   

Drei Grundgedanken bestimmen unsere Vorschläge:

    

a) wir müssen verstärkt professionell arbeiten, mit erkennbarem Profil,

b) wir müssen mehr miteinander, also vernetzter an unterschiedlich gestalteten Orten arbeiten,

c) wir müssen der Arbeit der Ehrenamtlichen die Bedeutung zukommen lassen, die sie in der Zukunft haben wird.

    

[...]

    

Wir hatten uns in unserer Kirche auf ein offenes Beteiligungsverfahren verständigt. Das hat es der Steuerungsgruppe, die alle diesen Stellungnahen bearbeitet hat, nicht einfacher gemacht. Aber es ist ein notwendiges Element für das, was weiterhin vor uns liegt. Daher sagen wir auch allen, die diese Vorlagen - ablehnend, kritisch oder zustimmend - beraten haben, unseren Dank. [...]"

   

      

Zitiert aus der Einbringungsrede von Pfr. D. Qualmann, Vorsitzende der Steuerungsgruppe, 18.Mai 2006.

      

Die ganze Einbringungrede stellt die Ev.-luth. Kirche in Oldenburg hier zur Verfügung: Datei als PDF