Sehr geehrter Herr Bischof Krug,

 

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 8.8.06 bezüglich unserer Anfragen zu den Themen Gemeinde-AWARD und Impulspapier der EKD.

 

Zunächst muss ich diese relativ späte Antwort entschuldigen, aber die vorlesungsfreie Zeit – im Volksmund irrtümlicher Weise oft Semester-“Ferien“ genannt – erschwert die rasche Kommunikation unter den Studierenen ein wenig.

 

Vielen Dank, dass Sie unsere Anliegen im Kollegium des Oberkirchenrates beraten haben.

 

Für die journalistische Feder ist es natürlich ein Stück weit zu bedauern, dass Sie sich entschieden haben, zur Zukunft der niedersächsischen Konföderation und zum Impulspapier der EKD keine weiteren Statements abzugeben. Dies ist aber aus „diplomatischer“ Sicht durchaus nachvollziehbar und im Sinne eines konstruktiven Austausches zwischen den Kirchen der nds. Konföderation wohl auch effektiver und sinnvoller. Wir wünschen an dieser Stelle für Ihre weiteren Beratungen gutes Gelingen.

 

Ihren Rat, die Ausschreibung eines Gemeinde-AWARDs auszusetzen, haben wir im SprecherInnenRat zur Kenntnis genommen und sind übereingekommen, diese Projektphase zunächst aufs Eis zu legen, wenn diese Idee den anstehenden Reformschritten auf der Gemeindeebene eher hinderlich als dienlich sein würde. Aber Ihre Begründung zu diesem Punkt warf unsererseits die Frage auf, ob wir unser Anliegen entsprechend formulieren und transportieren konnten. Die Ausschreibung des Gemeinde-AWARDs um die innovativsten Gemeindekonzeptionen sollte keine zusätzliche Aufgabe an die Kirchengemeinden darstellen, sondern in Bezug auf die von Seiten der Synode geforderten Ausarbeitungen von Gemeindekonzeption und Profil in unterstützender Weise einen weiteren Anreiz schaffen, sich möglichst intensiv, innovativ und zukunftsweisend mit dem Thema zu befassen.

 

Sollte Sie in diesem Sinne eine solche oder vergleichbare Aktion für förderlich befinden, können Sie uns gerne kontaktieren, um im Rahmen unsere Kampagne „Du bist Oldenburg“ eine gangbare Lösung und Konzeption einer möglichen Ausschreibung zu finden.

Bis dahin werden wir uns von Seiten der Initiatoren der Kampagne auf die Auswertung der Umfrageaktionen und die weiteren Projektphasen konzentrieren. Dies werde ich auch unseren Medienpartnern mitteilen, die bereits auf einen aktuellen Sachstand der Aktion Gemeinde-AWARD warten, damit der Informationsfluss zeitnah gegeben ist.

 

Neben der Dokumentation vom Kampagnenauftakt auf dem diesjährigen Landesjugendtreffen konnten inzwischen auch die anderen „Rubriken“ der Kampagne stetig mit weiteren Informationen aufgefüllt werden, so dass wir von Seiten des Initiatorenkreises übereingekommen sind, die Internetpräsenzen nun auch verstärkt der kirchlichen Öffentlichkeit zu präsentieren. Einzelne Bereiche sind gewiss noch ausbaufähig, aber der Abschluss der Vorbereitungen war bereits dringend geboten, da uns bekannte Suchmaschinen bei bestimmten Suchbegriffen schon auf den höchsten Trefferquoten rangieren.

Wir wollen diese Internetpräsenzen als gemeinsame Plattform zum Bereich Kirchenreform verstanden wissen sind gerne bereit weitere Mitteilungen, Materialien oder Hintergrundinformationen zu den anstehenden Strukturreformen auf den Seiten dieser Internetpräsenzen aufzunehmen und zu dokumentieren. Auch für Rückmeldungen oder Anregungen in den Gestaltungsfragen etc. sind wir dankbar und würden uns freuen, auf diese Weise den gemeinsamen Anstrengungen für notwendige und zukunftsweisende Reformen dienlich sein zu können. Denn nicht nur die Bundespolitik, sondern auch die Geschichte Oldenburgischer Perspektivprozesse hat ja offenbart, dass Reformansätze vor allem nur dann erfolgreich umgesetzt werden können, wenn diese möglichst transparent und nachvollziehbar gestaltet werden, damit sie auch von möglichst vielen Kräften gemeinsam getragen und durchgestanden werden können. Und im Vertrauen auf die Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist darf man sich sicherlich in jeder Kirche das gemeinsame Stehvermögen wünschen, um nicht nur das altbewährte zu pflegen, sondern auch – wie es ein altes Kirchenlied sagt - die neuen Wege zu wagen, von denen sicherlich noch weitere kommen werden.

 

 

In diesem Sinne frohes Schaffen und Gottes Segen

 

 

Stefan Bölts

 

SprecherInnenRat des

Landeskonvents der

Oldenburger Studierenden