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Nötig
sei vor allem ein Aufbruch in den kirchlichen Kernangeboten, bei
allen Mitarbeitenden, beim kirchlichen Handeln in der Welt und
bei der kirchlichen Selbstorganisation.
Das
EKD-Papier nennt es ermutigend, daß in der deutschen
Gesellschaft ein neues Interesse und eine neue Sensibilität für
religiöse und christliche Lebensweisen beobachtet werden könne.
Und es verweist darauf, daß die
kirchlichen Haushalte im Gegensatz zu den staatlichen nicht überschuldet
seien. Zu den ermutigenden Signalen gehöre auch, daß in
allen kirchlichen Gruppierungen eine missionarische
Neuausrichtung bejaht werde. Die
volkskirchliche Situation wird hingegen als kritisch
beschrieben. Mit dem "massiven Einbruch" bei den
Amtshandlungen und einer durchschnittlichen
Gottesdienstbeteiligung von vier Prozent will sich die EKD
"nicht abfinden". Als Ziel wird eine Steigerung
auf zehn Prozent vorgegeben. Profilschärfung dürfe nicht mißverstanden
werden als Verengung oder als Abkehr von einer ökumenischen
Grundhaltung. Sie sei vielmehr eingebettet in das Konzept einer
Kirche der Freiheit im 21. Jahrhundert, die offen und einladend,
weltverantwortlich und kulturorientiert sei. Beklagt werden eine
"bedauerliche Neigung zum Separatismus", ein
"ungutes Kirchturmdenken" und "überzogene
Autonomievorstellungen im Pfarramt". Ein verläßliches
Qualitätsmanagement fehle bisher. Im Kern gehe es darum, daß
die evangelische Kirche den Pfarrberuf als "Schlüsselberuf"
sorgfältig wahrnehme, Probleme "im vorhinein kennt
und dadurch zu ihrer Lösung beitragen kann".
Die
richtigen Menschen mit den richtigen Fähigkeiten am richtigen
Ort - das ist der Leitgedanke einer künftigen modernen
kirchlichen Personalentwicklung und Personalführung. Die
Autoren des Papiers bekennen sich zwar zur Gemeinde als
"Heimat" evangelischer Christen, sie sprechen sich
aber gleichzeitig für eine größere Vielfalt von
Gemeindeformen aus. Und "klärungsbedürftig"
ist für sie die Frage, was eine Landeskirche - zur EKD gehören
23 - heute ausmacht: ihre historische Entstehung? Ihre
landsmannschaftliche Prägung? Die Bindung an ein ehemals
regierendes Fürstengeschlecht? "Im
Jahre 2030 sollte es zwischen acht und zwölf Landeskirchen
geben, die an den Grenzen der großen Bundesländer
orientiert sind und jeweils nicht weniger als eine Million
Mitglieder haben", wird als Ziel formuliert.
Artikel
erschienen am Do, 6. Juli 2006
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