Kirche der Freiheit | Zukunftskongress der EKD ...

Zukunftskongress 

der EKD

Kirche der Freiheit

Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert

Presse-Echo


EKD: Dramatische Aussichten verlangen radikale Änderungen

   

Von: Evangelische Nachrichtenagentur idea

B e r l i n (idea) – Die EKD will sich künftig viel stärker am Missionsauftrag der Kirche ausrichten als bisher. Ihre oberste Priorität soll die Verkündigung des Evangeliums sein. Dies hob der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), vor Journalisten in Berlin bei der Vorstellung des Impulspapiers „Kirche der Freiheit. Perspektiven für die evangelische Kirche im 21. Jahrhundert“ vor.

Kirchenamt der EKD

(Qu: www.idea.de)

Das Papier wird am 6. Juli veröffentlicht. Einer der wichtigsten Gründe für das 120seitige Papier sei, daß der Druck zu handeln in den nächsten Jahren dramatisch zunehmen werde. Wenn nichts getan werde, gehe aufgrund der Bevölkerungsentwicklung die Zahl der landeskirchlichen Protestanten bis zum Jahr 2030 um neun Millionen auf 17 Millionen zurück. Damit verbunden sei ein deutlicher Rückgang der Kirchensteuern. 

Gleichzeitig müsse man bewältigen, daß Jahrzehnte mit großen Austrittszahlen hinter der EKD liegen. Wenn jetzt nichts Entscheidendes passiere, drohe manches „gegen die Wand zu fahren“. Deshalb wolle man bewußt auf diese Entwicklungen reagieren. Dabei sei die EKD in einer günstigeren Lage als früher, weil sie nicht mehr so mit sich selbst und ihren „Flügeln“ beschäftigt sei. Auch gebe es ein neues Fragen nach dem christlichen Glauben, auf das man eingehen müsse. Bei dem neuen Papier gehe es darum, daß die Kirche sich künftig stärker geistlich profiliert, statt „undeutliche Aktivitäten“ weiterzuführen. Es gehe um mehr Eindeutigkeit und gleichzeitig Beweglichkeit, statt sich „an den Strukturen zu klammern“.

Weitreichende Reformpläne

    

Das Impulspapier macht konkrete Vorschläge, wie die EKD im Jahr 2030 aussehen könnte. So soll die Zahl der evangelischen Landeskirchen von momentan 23 auf acht bis zwölf reduziert werden, die jeweils mindestens eine Million Mitglieder haben und sich an den Grenzen der Bundesländer orientieren. Außerdem propagieren die Autoren das „Wachsen gegen den Trend“. Ziel sei es, trotz leicht schrumpfender Bevölkerung die Zahl der Protestanten auf 26 Millionen (Bevölkerungsanteil gegenwärtig 32,5 Prozent) zu halten. Zumindest soll der Anteil aber nicht unter die derzeitigen 31 Prozent sinken. Die Teilnahme am Gottesdienst soll für Kirchenmitglieder so attraktiv werden, daß ihn künftig mindestens 10 Prozent statt bislang 3,9 Prozent besuchen.

    

Anteil der Zahler verdoppeln
    

Da die Zahl der Kirchenmitglieder, die kirchensteuerpflichtig sind, ständig zurückgeht, muß die Kirche sich über alternative Finanzierungsformen Gedanken machen. Bislang bezahlen nur 30 Prozent der Mitglieder Kirchensteuer. Das Papier schlägt vor, den Anteil derer, die sich an der Finanzierung kirchlicher Aufgaben beteiligen, auf 60 Prozent zu verdoppeln. Die Zahl der Pfarrer sollte trotz Einnahmenrückgängen nur unterdurchschnittlich verringert werden. Im Jahr 2030 könnten auf einen Pfarrer 1.600 Gemeindemitglieder kommen. Heute sind es etwas mehr als 1.100, Anfang der 60er Jahre waren es 2.700. Die Qualität der Arbeit von Pfarrern solle insbesondere bei Taufen, Trauungen und Bestattungen verbessert werden. Dazu schwebt den Autoren eine bessere Beratung und Aufsicht vor.

     

„Wo evangelisch draufsteht ...“

   

Mehr missionarisches Profil hält der Rat der EKD für unverzichtbar: „Wo evangelisch draufsteht, muß Evangelium erfahrbar sein.“ Dabei nehmen die Autoren insbesondere die Diakonie in die Pflicht. Diese müsse in ihrem Einsatz für Menschen stärker als bisher deutlich machen, wessen Geistes Kind sie sei. Missionieren sollen diakonische Einrichtungen auch unter ihren eigenen Leuten: „Sofern sie nichtchristliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen, werben sie unter ihnen für eine bewußte Zuwendung zum Glauben.“ Das Impulspapier soll in den kommenden Monaten in den einzelnen Landeskirchen beraten werden. Für Januar 2007 ist in der Lutherstadt Wittenberg ein Zukunftskongreß geplant, der die ersten Ergebnisse der Reformdebatte bündeln will.

     


Dieser Artikel ist entnommen worden von der Online-Ausgabe von der Evangelische Nachrichtenagentur idea

    

 

 (Qu: www.idea.de)

    


       

(Quelle: EKD)


Zukunftskongress "Kirche der Freiheit im 21. Jahrhundert" 

(Wittenberg, 25. - 27. Januar 2007)



 

  

   
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