Obwohl
die pfälzische Landeskirche mit 620.000 Mitgliedern zu den
kleineren innerhalb der EKD zähle, habe sie eine gute Größenordnung,
sagte Cherdron. Das zeige sich immer wieder bei den hohen
Beteiligungen an Presbyteriumswahlen in der Pfalz und der
guten Besucherresonanz etwa beim pfälzischen Kirchentag 2004.
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Er
sei grundsätzlich skeptisch, ob die von der EKD
vorgeschlagenen Mittel geeignet seien, die Kirche zukunftsfähig
und attraktiv zu machen, sagte Cherdron. Das Impulspapier
vertrete vor allem aus der Wirtschaft bekannte Grundsätze.
Doch es sei nicht zu erkennen, dass die Reduktion der Zahl der
Landeskirchen und das Hervorheben besonderer Zentren des
Protestantismus die evangelische Kirche überzeugender werden
lasse.
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In
dem von der EKD ins Auge gefassten Zeitraum bis 2030 sei die
pfälzische Landeskirche auf jeden Fall auch alleine
wirtschaftlich und inhaltlich lebensfähig, sagte der
Kirchenpräsident. Es werde bisher auch nicht in Erwägung
gezogen, die Grenzen der Landeskirche dahingehend zu ändern,
dass das ganze Saarland und die nördlichen Teile von
Rheinland-Pfalz, die bisher zur rheinischen beziehungsweise
hessen-nassauischen Kirche gehören, der Evangelischen Kirche
der Pfalz zuzuschlagen.
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Kritisch
sieht Cherdron auch den EKD-Vorschlag, die Zahl der Pfarrer
deutschlandweit von derzeit 21.000 auf 13.000 im Jahr 2030 zu
senken. Die EKD gehe von einem Rückgang der
Gemeindemitgliederzahlen von 50 Prozent bis ins Jahr 2030 aus.
Dies sehe er im südwestdeutschen Raum nicht. Er rechne mit
einem Rückgang von zehn bis 15 Prozent. Von daher sei es für
die pfälzische Landeskirche nicht ratsam, die von der EKD
vorgeschlagenen radikalen Einschnitte bei den Pfarrern
vorzunehmen.
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Nach
Ansicht des Kirchenpräsidenten ist das EKD-Impulspapier an
manchen Stellen auch sprachlich unangemessen. So werden
???vergleichbare Qualitätsstandards in den Kernvollzügen der
evangelischen Kirche“ gefordert. Es wird als Ziel
ausgegeben, die ???Trauquote“ von Mitgliedern der
evangelischen Kirche auf 100 Prozent zu erhöhen, ebenso die
???Taufquote“ von Kindern evangelischer Eltern.
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Es
sei sicherlich gut, wenn die Kirche sich vornehme, die Zahl
der Gottesdienstbesucher zu verdoppeln und mehr Menschen dazu
anzuregen, von kirchlichen Angeboten Gebrauch zu machen, sagte
Cherdron. Worte wie Trauquote und Qualitätsoffensive seien
dabei jedoch nicht hilfreich. Niemand möchte sich bei seiner
Trauung als Objekt einer Qualitätsoffensive begreifen.
(06.07.06-08)