|
Die
EKD hatte als Reaktion auf sinkende Mitgliederzahlen in der
vergangenen Woche ein "Impulspapie" vorgestellt und
darin unter anderem als langfristiges Ziel die Zusammenlegung
von Landeskirchen angeregt. Die anhaltische Kirche in
Sachsen-Anhalt ist mit rund 55.000 Mitgliedern die kleinste
unter den gegenwärtig 23 EKD-Kirchen. Vor drei Jahren hatte die
Landeskirche bereits eine Beteiligung an der mitteldeutschen
Kirchenföderation abgelehnt, zu der sich die Thüringer
Landeskirche und die Kirchenprovinz Sachsen zusammengeschlossen
haben.
Er
könne derzeit nicht erkennen, "dass wir den Auftrag haben,
unsere Existenz in Frage zu stellen", betonte Klassohn.
Zahlen zur Mitgliedschaft seien für die künftige Leistungsfähigkeit
einer Kirche nicht das einzige und entscheidende Kriterium.
Wichtiger sei vielmehr "die Nähe zu den Menschen".
Auf diesem Gebiet sei mit der Strukturanpassung in der
anhaltischen Kirche in den vergangenen Jahren viel geschehen. In
der kirchlichen Arbeit "gibt es bei uns keine größeren
Defizite als in den Nachbarkirchen", betonte Klassohn.
Zudem
sei die Landeskirche für die Stärkung der regionalen Identität
der Menschen im ehemaligen Fürstentum Anhalt mit seiner langen
Kulturgeschichte von besonderer Bedeutung, sagte der Kirchenpräsident
weiter. "Wir wollen in dieser Funktion auch weiterhin
erkennbar bleiben und unsere Chancen mit allen Kräften
nutzen." Diese Rolle könne nicht "zugunsten einer
sehr großen Einheit, die diese regionale Identität nicht mehr
bieten kann", aufgegeben werden, fügte er hinzu.
In
seinem Votum trat der Kirchenpräsident zugleich Darstellungen
entgegen, dass innerkirchliche Strukturreformen von seiner
Kirche blockiert würden. Seit Jahren gebe es enge Kooperationen
mit der benachbarten Kirchenprovinz Sachsen und mit der
mitteldeutschen Kirchenföderation. Davon seien rund 20
kirchliche Arbeitsfelder betroffen. Darüber hinaus habe die
anhaltische Kirche den Zusammenschluss der Diakonie zu einem
einheitlichen Wohlfahrtsverband in Sachsen-Anhalt und Thüringen
von Anfang an aktiv unterstützt und vorangetrieben.
(epd
4307/11.07.2006)
(Qu:
Ev.
Kirche Anhalts) |