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Insbesondere
das elfte von zwölf Zielen, das die EKD der evangelischen
Kirche für das Jahr 2030 steckt, hat es in sich: Die Zahl der
Gliedkirchen soll sich an den Bundesländern orientieren und
dementsprechend verringert werden. Gibt es zukünftig also auch
eine Evangelische Landeskirche in Baden-Württemberg? Sowohl in
Stuttgart wie in Karlsruhe winkt man ab: Kooperation ja, Fusion
nein.
Nun ist es ja in der Tat so, dass das evangelische Württemberg
und das evangelische Baden zu den größeren Landeskirchen
innerhalb der EKD zählen und jeweils für sich überlebensfähig
scheinen. Zudem gibt es zwischen beiden theologische und
kirchengeschichtliche Unterschiede, die eine Vereinigung
zumindest zu einer Herausforderung machen würden. Nur: Ist das
nicht auch der Fall gewesen, als 1952 aus den Nachkriegsstaaten
Nordwürttemberg, Nordbaden, Südwürttemberg-Hohenzollern und Südbaden
der Südwestsstaat Baden-Württemberg gegründet wurde?
Hinzu kommt etwas anderes, nämlich: Auch Württemberg und Baden
leben in Sachen Kirche nicht auf einer Insel der Seligen und
werden bis zum Jahr 2030 Mitglieder in großer Zahl und damit
auch an Finanzkraft verlieren. Wie aber sollen dann, wenn es zu
keinen durchgreifenden Strukturreformen kommt, zum Beispiel die
Ziele 7 und 8 des Impulspapiers erreicht werden, die eine
Ausweitung der Bildungsarbeit und der diakonischen Aktivitäten
vorsehen? Schon jetzt wird über beide Bereiche doch nicht das
finanzielle Füllhorn ausgeschüttet, sondern hier und da und
durchaus nachhaltig der Rotstift angesetzt.
Eine Evangelische Landeskirche in Baden-Württemberg als Königsweg
in die Zukunft? Vielleicht nicht. Aber auch und auf keinen Fall
von vornherein der breite Weg, den zu begehen ewige Verdammnis
nach sich zieht. Und deshalb sollten am Anfang der Diskussion über
das EKD-Impulspapier keine Denkverbote stehen und einzelne
Vorschläge nicht gleich zu den Akten gelegt werden. Das Dumme
an der Wirklichkeit ist nämlich, dass sie und nicht reines
Wunschdenken die Fakten schafft. Man sollte deshalb als
„Kirche der Freiheit“ für die Kirche 2030 offen sein, und
zwar in jeder Hinsicht.
Andreas Koch. Rundfunkpfarrer
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