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Antwort:
Wir haben mit unseren 620.000 Mitgliedern in der Evangelischen
Kirche der Pfalz eine gute Größenordnung. Das zeigt sich immer
wieder, zum Beispiel bei den Presbyteriumswahlen, bei denen wir
eine hohe Beteiligung hatten und bei unserem pfälzischen
Kirchentag 2004 mit seinen vielen Besuchern. Ich sehe nicht,
warum wir daran etwas ändern sollten. Das Papier der EKD soll
und wird sicherlich für heftige Diskussion in den Landeskirchen
sorgen. Ich bin skeptisch, ob die darin
vorgeschlagenen Mittel tatsächlich geeignet sind, die Kirche
zukunftsfähig und attraktiv zu machen. Die EKD möchte
auf die Reform der Landeskirchen dieselben Grundsätze anwenden,
die wir aus der Wirtschaft kennen. Fusionen
und Zentralisierung aber tragen in der Kirche nicht unbedingt
dazu bei, dass bessere Arbeit geleistet wird. Ich kann
auch nicht erkennen, dass die Reduktion der Zahl der
Landeskirchen und die Hervorhebung besonderer Zentren des
Protestantismus die evangelische Kirche überzeugender werden lässt.
Frage:
Was halten Sie von dem Vorschlag, angesichts immer weiter
sinkender Mitgliederzahlen die Zahl der Pfarrstellen drastisch
zu reduzieren von derzeit 21.000 auf 13.000?
Antwort:
Ich denke, auch hier müssen wir deutlicher differenzieren. Für
den süd-westdeutschen Raum sehe ich keinen Rückgang der
Gemeindeglieder um 50 Prozent bis zum Jahr 2030. Ich vermute
eher, dass es 10 bis 15 Prozent sein werden. Schon von daher
halte ich es nicht für ratsam, bei uns die radikalen
Einschnitte bei den Pfarrern durchzuführen, wie die EKD sie ankündigt.
Frage:
Geht es nach der EKD, dann sollen auch "vergleichbare
Qualitätsstandards in den Kernvollzügen der evangelischen
Kirche" sichergestellt werden. Verkündigung, Seelsorge,
Liturgie sollen nicht mehr von Gemeinde zu Gemeinde
unterschiedlich gut ausfallen. Die "Trauquote" von
Mitgliedern der evangelischen Kirche soll bei 100 Prozent
liegen, genauso wie die "Taufquote" von Kindern
evangelischer Eltern. Besteht hier Ihrer Meinung nach
Handlungsbedarf?
Antwort:
Es ist sicherlich gut, wenn wir uns vornehmen, dass die Zahl der
Gottesdienstbesucher verdoppelt werden sollte und mehr Menschen
von kirchlichen Angeboten Gebrauch machen. In den Gemeinden wird
und muss zielorientiert gearbeitet werden. Mit der Kircheneintrittskampagne,
die wir im vergangen Jahr begonnen haben, wenden wir uns an die
etwa 200 bis 300 aus der Kirche ausgetretenen Mitglieder, die im
Durchschnitt in jeder unserer Kirchengemeinden leben. Es wäre
gut, wenn wir uns vornehmen, diese Menschen wieder zurück zu
gewinnen. Das ist eine große Herausforderung, und die sollten
wir uns zum Ziel setzen. Aber auch hier zeigt sich, wie
unangemessen das Vokabular des Impulspapiers an vielen Stellen
ist. Worte wie "Trauquote" und
"Qualitätsoffensive" sind nicht hilfreich. Wer
möchte sich schon bei seiner Trauung als das Objekt einer
"Qualitätsoffensive" begreifen?
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