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Die
konstatierten Erwartungen finanzieller Solidarität und
non-finanzieller Honorierung besonderer Leistung werden die
Bereitschaft mindern, ein Berufsfeld innerhalb der Kirche
anzustreben. Kirche muss weiterhin für die hauptamtlich Tätigen
angemessen Sorge tragen, und zwar auch bzw. gerade im
finanziellen Bereich. Die Investierung von 5% der Personalkosten
in Fort- und Weiterbildungen sehe ich wiederum als Anreiz fördernd
an, in kirchlichen Arbeitsfeldern aktiv zu werden. Der
Pfarrerberuf stellt das hauptamtliche Zentrum auch unserer
Kirche dar. Jedoch darf seine Schlüsselfunktion nicht mit einer
Allzweckfunktion verwechselt werden. Auch hier ist eine
Investierung in Fort- und Weiterbildungen sinnvoll.
Die
Förderung des Ehrenamtes ist notwendig und sollte zu allen
Zeiten große Beachtung finden. Mit Hinweis auf das Priestertum
aller Glaubenden muss daher neben der „Kirche für Andere“
auch „Kirche für die Gemeinde“ zum Stichwort werden. Eine
Erhöhung der Anzahl der Prädikanten und Lektoren ist wünschenswert,
jedoch muss sie mit den Möglichkeiten der professionellen
Ausbildung und Betreuung mithalten.
Das
evangelische Profil ist zu stärken und bei all unseren
Handlungen von Außen erkennbar zu machen. Auch wenn einige
Kirchenmitglieder diesem Profil nicht zustimmen mögen, halte
ich eine als solche wahrgenommene Profillosigkeit als wesentlich
ausschlaggebender für sinkende Mitgliederzahlen. In diesem
Zusammenhang muss die Motivation, d.h. der theologische
Hintergrund, der Diakonie der Öffentlichkeit präsenter gemacht
werden. Wenn uns dies gelingt, zieht die Inanspruchnahme der
gesellschaftlich wertgeschätzten diakonischen Dienste eine
gleichzeitige Missionierung mit sich.
Die
Kirche muss der wachsenden Flexibilität und Geschwindigkeit in
der Gesellschaft konstruktive Kritik erteilen, ihr aber
andererseits auch Rechnung tragen. Die Zahlung der Kirchensteuer
und die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gemeinde sollte nicht
an den Wohnort gebunden sein. Damit einhergehend muss ein
bewusstes Zugehörigkeitsgefühl zur Evangelischen Kirche in
Deutschland ermöglicht werden, damit der Kontakt zur Kirche
nicht durch ein räumliches Verlassen der Gemeinde abbricht.
Matthias
Bruns, Student d. Gemeindepäd.
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