Folie 36

Alternativen im europäischen Kontext...

   

                   Wie finanzieren sich Kirchen in anderen Ländern?

 

"Das deutsche Kirchensteuersystem ist nicht einmalig, wird aber nur in wenigen Staaten in ähnlicher Weise praktiziert. Im internationalen Vergleich ist es als Mischform zwischen einem klassischen Staatskirchen-System und einer sauberen Trennung von Staat und Kirche einzustufen. Alle drei Modelle kommen in Europa in verschiedenen Varianten vor...." [weiter...] (Ein Artikel des IBKA - Internat. Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V.)

Niederlande

Dort gibt es neben mehreren Kollekten in den Gottesdiensten einen freiwilligen Kirchenbeitrag, für dessen Höhe ein bis drei Prozent des Einkommens empfohlen werden. Dieser erbringt etwa zwei Drittel der Gesamteinnahmen. Es hat sich gezeigt, daß die Bereitschaft zur freiwilligen Abgabe sinkt, wenn der Staat Steuern erhebt.

 

Frankreich

75% der kirchlichen Einnahmen kommen aus Sammlungen und Spenden; das letzte Viertel stammt aus einem freiwilligen Beitrag für den Unterhalt des Klerus; er wird mit ein Prozent des Einkommens empfohlen, aber nur von 45% der zur Zahlung gemahnten Katholiken entrichtet. Eine der Folgen: Die Pfarrer verdienen oft weniger, als den staatlich garantierten Mindestlohn für Arbeitnehmer.

 

Österreich

Hier finanziert sich die Kirche aus einem obligatorischen Kirchenbeitrag, den sie selbst erhebt. Das verursacht erhebliche Verwaltungskosten. Säumige oder sich verweigernde Zahler lassen den Wunsch nach mehr Beitragsgerechtigkeit aufkommen.

 

Italien

Die Finanzämter fordern 0,8% der Einkommens- oder Lohnsteuer; dabei kann jeder wählen, ob er diesen Betrag seiner Kirche oder dem Staat für soziale, humanitäre oder kulturelle Zwecke zuwenden will. An eigens geschaffene kirchliche Institute können Beiträge zur Besoldung des Klerus gerichtet werden, die steuerlich geltend gemacht werden können.

 

USA

Die Kirchen finanzieren sich aus Kollekten und Spenden. Die Gefahr: Abhängigkeit von finanzkräftigen Spendern. In den Zeiten der Rassenunruhen konnten Geistliche nicht immer das sagen, was ihnen von ihrem priesterlichen Amt her angetragen ist, weil ihnen der Entzug der finanziellen Mittel drohte. Zudem müssen die geistlichen neben der Verkündigung in den Gottesdiensten vor allem um Geld betteln.

(Qu: "Andere Länder, andere Sitten. Kirchensteuer gibt es zwar auch in anderen Ländern, 

insgesamt sind sie aber eher die Ausnahmen der 

Kirchenfinanzierung: http://www.kath.de/quodlibe/kircsteu.htm

 

Oberkirchenrat Dr. Jens Petersen

Referent für Steuerfragen in der Finanzabteilung des Kirchenamtes der EKD (Bild: www.ekd.de)

 

Position:

"[...] Das Kirchensteuerrecht verbleibt - ebenso wie die Kulturhoheit - Angelegenheit des jeweiligen Staates bzw. der jeweiligen Religion, was auch in den Verträgen zwischen den Bundesländern und den Kirchen ihren Ausdruck findet. Der Europäischen Gemeinschaft ist die Bewahrung der kulturellen Vielfalt und damit auch eines vielfältigen Europäischen Staatskirchenrechts gesetzlich aufgetragen. Beim Erlassen von harmonisierenden Regelungen wird darauf Bedacht genommen werden müssen, dass sie weder direkt noch indirekt die kirchlichen Belange in ihrer Eingebundenheit in das jeweilige Staats- und Gesellschaftsgefüge beeinträchtigen. ..." [zum ganzen Beitrag]

Qu: Die Kirchensteuer in Europa (von Dr. jur. Jens Petersen, Oberkirchenrat im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

    

      

 

Rubrik: Kirche und Management

Thema: Kirche und Fundraising

Umfrage zur Kirchensteuer

Informationsplattform zur Kirchensteuer
FAQ zur Kirchensteuer

Ein Beispiel: Wie wird die Kirchensteuer verwendet?

 


 

      

       

Um zur nächsten Seite zu gelangen, betätigen Sie bitte die Navigationspfeile in der oberen Leiste. Weiteres entnehmen Sie bitte den Benutzerhinweisen.

Diese Seite gehört zum Netzwerk "Kirche von morgen". Die Originalstartseite lautet: www.kirche-von-morgen.de/kirche_anders_denken/

Copyrigth: Stefan Bölts.

Wer Objekte auf diesen Seiten findet, die gegen geltendes Copyright verstoßen, der möge mich bitte einfach per E-Mail darüber informieren, damit ich die entsprechenden Dinge von der Internetpräsenz entfernen kann.