Wie
das Diakonische Werk hat die Kirchen-Service
GmbH eine eigene Leitungsstruktur mit Vorstand,
Aufsichtsrat etc. und ist somit weitgehend
selbst- eine eigenständig gegenüber der
verfassten Kirche.
Die
Anzahl der Zweigstellen (vormals Rentämter)
obliegen nur den ökonomischen Interessen der
Kirchen-Service GmbH als eigenverantwortliches
Werk und sind losgelöst von den sog.
"Machtspielchen" der Kirchenkreise
oder Synoden.
Die
Organisationsstruktur, die Aufgabenverteilung
und der Aus- oder Abbau von Service-Ressourcen
obliegt allein den fachlichen Kriterien der
GmbH, je nach Angebot und Nachfrage konnen hier
eigenständige Entscheidungen in
Personalstärke, Finanzressourts und
Angebotsbandbreite vorgenommen werden.
Als
freier Anbieter auf dem Markt ist die
Kundenzielgruppe nicht auf eine Landeskirche
begrenzt. Vielleicht werden eines Tages auch
Gemeinden aus Leer oder Hildesheim durch eine
Oldenburger Verwaltung betreut.
Wenn
dieses Modell der Verwaltungsdienstleistung
Schule macht, könnten sich auch Kooperationen
und Vernetzungen ergeben. Weshalb muss jede
Landeskirche Sachverständige für
kirchenspezifische Bau- und
Inspektionsmaßnahmen vorhalten. Bei
entsprechend gutem Management könnte die GmbH
vielleicht auch andere Kunden bedienen, z.B.
Kommunen, oder eines Tages als bundesweite
Größe Aktien zeichnen...
Aber
der Wettbewerb auf dem freien Markt birgt
natürlich auch Risiken, die nicht außer Acht
gelassen werden dürfen. Eine solche
Gesellschaft wäre vielleicht schneller als
erwartet einem größeren Markt von Konkurrenten
ausgeliefert. Denn wenn die Gemeinden erst über
einen Globalhaushalt verfügen, fällt das
"landeskirchliche Monopol" und andere
Anbieter könnten auf den Markt drängen, um
noch günstiger noch mehr Leistung anbieten zu
wollen. Und in Sachen Bau- und
Liegenschaftsverwaltungen gibt es bereits einen
Markt.
Dieser
Wettbewerb auf einem freien Markt kann sowohl
neue Arbeitsplätze in der Gesellschaft
schaffen, als auch jene gefährden, wenn der
Wettbewerbsdruck zu groß wird. In einer
globalisierten Welt ist es nicht mehr nötig,
dass die Datenpflege von einer Pfarrsekretärin
vor Ort erfolgen muss. Andererseits hätte eine
Gesellschaft die Chance, durch eigene innovative
Marktstrategien seine Arbeitskräfte zu halten
oder gar Arbeitsplätze auszubauen. Bleibt die
Verwaltung in den Händen der Landeskirchen, ist
die "Freisetzung" von Arbeitskräften
in diesem Bereich praktisch vorprogrammiert,
denn Verwaltungskräfte lassen sich in der Regel
leichter abbauen als verbeamtete Pastoren.
Chance
oder Risiko:
Die
Kirchen-Service GmbH als innovative Kraft auf
dem Dienstleistungsmarkt: Dienstleistung nach
Maß...
Die
Gemeinde...
Durch
den Globalhaushalt haben die Gemeinden die freie
Wahl, wo sie ihre verwaltungs- technischen
Leistungen einkaufen...
Die
Gemeinden können den für sie günstigsten oder
sinnvollsten Anbieter wählen:
Vielleicht
bedeutet der "Einkauf" von Leistungen
bei der kommunalen Liegenschaftsverwaltung
kürzere Dienstwege?
Vielleicht
bietet ein privater Anbieter die Erstellung
eines Gutachtens zum halben Preis an oder der
langjährige Bauausschussvorsitzende des
Gemeindeverbandes kann ein günstigeres Angebot
rausschlagen als eine große kirchliche
Behörde, hinter der viele das leichte Geld
wittern.
Vielleicht
ist aber die Fachkompetenz der Kirchen-Service
GmbH schlussendlich das enscheidende Argument...
...
der Kirchenvorstand vor Ort hat damit die
Freiheit, aber auch die "Qual der
Wahl".
Damit
bestimmte Standarts (z.B. Sicherheit,
Bauaufsicht, Denkmalpflege etc.) bedacht werden,
steht den Gemeinden ihr jeweiliger
Gemeindeverbandsmanager mit fachlicher Kompetenz
zur Seite...
...
dennoch wird sowohl den GV-Managerinnen als auch
den Kirchenältesten viel Verantwortung
zugemutet...
...
weshalb insbesondere für die Kirchenälteste
entsprechende Schulungs- und
Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden
müssen. Dies setzt einen entsprechend gut
ausgestatteten Landeskirchendienst (LKD) voraus,
aber vielleicht ist es der Synode im Sinne des
Mulitiplikatoren- und "Train
the Trainer"-Prinzips auch die
Schaffung entsprechender landeskirchlicher
(Pfarr-) Stellen wert.
Dieser
Wettbewerb fordert mehr fachliches KnowHow und
mehr fachliche Qulität von beiden Seiten: Den
Anbietern im Konkurrenzdruck und den Kunden im
neuen Verantwortungsgefüge...
...
aber mehr Verantwortungsbewusstsein kann mehr
Innovation schaffen und somit die Qualität
kirchlicher Angebote für die
"Endkunden" im "Markt der
Religionen" attraktiver machen.
Zumindest
dürften die Verwaltungstätigkeiten zukünftig
in den Händen ökonomischer Fachkräfte
liegen,
so
dass "Kirchens" sich wieder auf ihre
"Fachgebiete" konzentrieren kann.
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