SYNODENBERICHT
Auch Oldenburg gratuliert dem Papst in Rom zum 80. Geburtstag!
Bericht von der Oldenburger Synodentagung vom 18.-19.05.2000!
In größtem Eifer verteilte das Präsidium die Tagesordnungspunkte für die Maisynode auf nur zwei statt drei Tage und schaffte in noch größerem Arbeitseifer bereits am frühen Nachmittag des zweiten Tages die kaum geöffnete Sitzung schon wieder zu schließen.
Da der erste Tag auf den Geburtstag von Johannes Paul II. fiel, erntete dieser gleich einen oldenburgischen Glückwunsch, den Bischof Krug in seinem Bericht aussprach. Ja, der Bericht stand ganz im Zeichen der Ökumene. Der Bischof erinnerte an die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre, empfahl die Gründung von Ortsgruppen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und insbesondere hob er das Verhältnis zum Judentum hervor: Der offene Dialog über Gottes Gnade und Wahrheit gehört zum Wesensmerkmal der Begegnung von Christen mit Juden. Diese Einsichten lassen nicht zu, dass Christen Juden auf den christlichen Glauben verpflichten wollen. Eine Absage an die Judenmission und eine Einladung für den Dialog.
Neben vielen anderen Themen ist bemerkenswert, wie sehr sich der Bischof (auch im persönlichen Gespräch) für unsere Situation interessiert. Ebenfalls aus seinem Bericht: Die Studienanfängerzahlen in der evangelischen Theologie sind rapide zurückgegangen, dagegen möchten zur zeit über 30 Theologinnen und Theologen mit dem zweiten Examen in unserer Kirche arbeiten. es liegt auf der Hand, dass wir viele der Schwestern und Brüder, die sich jetzt in einer beruflichen Warteschleife durch Nebentätigkeiten oder andere Berufstätigkeiten über Wasser halten, in etwa 10 Jahren brauchen werden. darum bitte ich die Synode, alle möglichen Überbrückungsmaßnahmen (z.B. Beschäftigungsfonds für Pastorinnen und Pastoren, Teilanstellung in gemeindlichen und anderen Aufgabengebieten, befristete Erweiterung des Pfarrstellenkorridors um zwei Stellen, Errichtung einer Beratungs-, Koordinierungs- und Vermittlungsstelle) zu unterstützen.
Und da sind wir auch schon bei dem für uns relevantem Thema. In Reaktion auf das sogenannte Perspektivenpapier beschloß die Synode als eine Maßnahme die Erweiterung des Pfarrstellenkorridors nach dem zweiten Examen von vier auf sechs Stellen. Die Beratung über die Koordinierungsstelle wurde im Finanzausschuß leider zeitlich ausgesetzt, aber Christophs Nachforschungen haben Ende Mai noch ergeben, daß auf der Herbstsynode eine 25%-Stelle verhandelt werden soll. Ebenfalls als Erfolg kann gewertet werden, daß die Synode bei drei Enthaltungen die Entwicklung eines Verfahrens in Auftrag gegeben hat, wie künftig VikarInnen auf Angestelltenbasis und nicht als Beamte auf Widerruf bezahlt werden können. Dadurch hätten arbeitslose VikarInnen einen Anspruch auf Arbeitslosengeld und Umschulung. Über dieses Verfahren soll auch auf der kommenden Herbstsynode beraten und beschlossen werden, so daß wir möglicherweise im kommenden Jahr schon mit einer Änderung rechnen können. Die Kirche in Hessen-Nassau übrigens praktiziert dieses Modell bereits mit Erfolg.
Was gibt es weiterhin noch zu berichten? Vieles werdet Ihr schon in der EZ gelesen haben. darüber hinaus wurden Einrichtungen von Pfarrstellen in Molbergen, in der Telephonseelsorge und in der Gefängnisseelsorge beschlossen Interessante Gespräche gab es dann auch außerhalb der Tagesordnung. Die Unkenntnis mancher Synodaler hinsichtlich unserer Situation ist manchmal noch überraschend, hingegen sind manche Erkenntnisse ganz erfreulich, z.B. daß unser Bischof dieselben Lieblingsserien hat wie ich: Lindenstraße und Golden Girls.
Mit brüderlichen Grüßen von der Synode,
Euer Nico.