Ein neuer Oberkirchenrat

Synodenbericht Frühjahr 2001

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Das wichtigste Ereignis auf der Frühjahrssynode war sicherlich die Wahl eines neuen theologischen Mitgliedes des Oberkirchenrates. Es ging hierbei um die Nachfolge von Herrn Dr. Baier. Die beiden zur Wahl stehenden Kandidaten, Pastor Dinse aus Hamburg und Pastor Grobleben aus Hamburg, stellten sich jeweils in kurzen Vorträgen zum Thema „Kirchliches Selbstverständnis und seine Vermittlung in der Öffentlichkeit" vor und wurden anschließend mit harmlosen Fragen (z.B. Haben Sie Kinder? Sprechen Sie plattdeutsch? Was sagen Sie zum Thema Umweltschutz?) von den Synodalen ins Kreuzverhör genommen.

Die Kandidaten

Hartmut Dinse (*1953) ist Nordelbier und war vier Jahre Gemeindepfarrer in Flensburg-Engelsby und seitdem ist er als Pfarrer an der Hauptkirche St.-Michaelis tätig. Dort hat er vor allem die Jugendarbeit auf- und ausgebaut und war in der Gemeindepädagogik tätig. Olaf Grobleben (*1960) ist Hannoveraner, hat eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht und war nach dem II. Examen von 1989-1995 als Pfarrer in Apensen tätig. Seit 1995 ist er in der Aus- und Fortbildungsstätte Henriettenstiftung in Hannover tätig, zunächst als Assistent des Vorstehers, dann als Leitender Mitarbeiter, als Geschäftsführer des Bildungsbereichs und seit diesem Jahre als Leiter der Bildung der Henriettenstiftung.

Die Entscheidung

Für uns schien nach der Vorstellung und den Rückfragen die Lage eindeutig zu sein. In den Pausen aber ergab sich in Gesprächen mit den Synodalen ein ganz anderes Bild. Die Frage, wer der geeignetere Kandidat sei, spaltete die Synode in zwei Lager. Umso überraschender war dann, dass es im Plenum keine Diskussion mehr vor der Abstimmung gab. (Da sieht man noch mal, wie wichtig die Pausen sind!) Die Wahl vollzog sich in nur zwei Wahlgängen (1.: 26 / 22 / 6 Enth.; 2.: 28 / 23 / 3 Enth. ), dann stand mit 28 der abgegebenen 54 Stimmen der Sieger fest: Pastor Grobleben konnte sich durchsetzen. Unserer Meinung nach hat sich die Synode damit für den „klassischeren" Kandidaten entschieden, der im Oberkirchenrat wohl nicht so viel Gegenwind produzieren wird wie sein Gegenkandidat. Obwohl auch das seine Vorteile haben kann, waren wir doch ein wenig enttäuscht, dass die Synode sich so schnell für den „glatteren" Kandidaten entschieden hat.

Des weiteren wurde das Kirchengesetz dahin gehend verändert, dass die Berufung eines Theologen als hauptamtliches Oberkirchenratsmitglied jetzt auch auf Zeit erfolgen kann. Das ist im oben beschriebenen Fall geschehen.

Die Überraschung: in Zukunft ein OKR weniger

Die zweite Personalentscheidung, die noch fallen sollte, war weitaus heikler. Als TOP 7 erschien „Nebenamtliches theologisches Mitglied des OKR". Es sollte also um die Nachfolge von Herrn Wassmann gehen, ein Punkt der von der Herbstsynode auf diese Sitzung vertagt worden war. Nur hatte aber niemand etwas vorbereitet. Es gab weder Kandidaten, geschweige denn einen Antrag auf die Erstellung eines Wahlausschusses. Ein Gruppe Synodaler stellte nun den Antrag, die Stelle vorerst nicht wiederzubesetzen, um für evtl. Umstrukturierungen im OKR Freiheiten zu haben. Nach einer kurzen Unterbrechung, in der sich der OKR beriet, stellte dieser den Antrag, Herrn Wassmann bis zum 31.12.2001 erst einmal weiter zu beschäftigen. Die Synode lehnte dies schließlich ab und folgte in einer geheimen Anstimmung (14 N / 35 J / 4 E) dem ersten Antrag.

Was vonner Tagung übrigblieb

Als weiteres Ergebnis dieser Tagung ist noch der Beschluss einer Empfehlung zur Einrichtung eines neuen Ausschusses für „Diakonie, Gesellschaft und Öffentlichkeit" an die kommende Synode zu nennen. Für die Liturgiker interessant: Das „Evangelische Gottesdienstbuch" (ehemals: „Erneuerte Agende", jetzt offizielle Agende der EKU und VELKD) wurde den Oldenburger Gemeinden anempfohlen, nicht aber offiziell eingeführt.

Die kommende Tagung

Während der Tagung hatten wir die Möglichkeit, Ergebnisse von der letzten Ahlhorntagung zum Thema PfarrerInnenbild an das Vorbereitungskomitee für die thematische Arbeit der nächsten Synodentagung zum selben Thema weiter zu leiten. Diese wurden mit Dank angenommen und können, so Pfarrer Harrack, wohl auch von Nutzen sein.

Diese nächste Synodentagung findet vom 15.-17.11.2001 statt und ist die letzte der aktuellen Synode. Aufgrund der GKR-Wahlen 2000 und den Wahlen zu den Kreissynoden wird sich am 16.01.2002 die neue Synode konstituieren und ihren Geschäftsbetrieb mit der Synodentagung vom 23.-25.5.2002 aufnehmen.

Für Rückfragen stehen wir zur Verfügung. Auf der Ahlhorntagung im September wird auch das Synodenprotokoll einzusehen sein.

Malte Stets & Nico Szameitat, Synodenbeobachter

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9/01 Chr. Gerdes