„Vielleicht muss soviel Neues auch mit Neuem begonnen werden“

Ein weiterer Bericht zur konstituierenden Sitzung der 47. Synode 

   

Am Mittwoch, den 16. Januar 2008 fand die konstituierende Tagung der 47. Synode in der HVHS Rastede-Hankhausen statt. 
Den Vorsitz zu Beginn übernahm der Alterspräsident Synodaler Paul Krey als Synodenältester. Anschließend eröffnete Bischof Krug offiziell die konstituierende Sitzung. In seiner kurzen Ansprache begrüßte er die alten und neuen Synodalen mit den Worten, dass in der ev.-luth. Kirche in Oldenburg „der Tisch reich gedeckt sei durch die Arbeit der vielen Haupt- und Ehrenamtlichen Männer, Frauen und Jugendlicher“.


Zur Wahl des Synodenpräsidenten wurden Heinz Heinsen und Sabine Blütchen vorgeschlagen. Zur allgemeinen Überraschung wurde Sabine Blütchen mit überwältigender Mehrheit zur Präsidentin der 47. Synode gewählt. Damit gehört sie qua Amt auch zum neuen gemeinsamen Kirchenausschuss. Frau Blütchen ist Rechtsanwältin mit einer eigenen Kanzlei in Oldenburg, ist verheiratet und hat einen 19-jährigen Sohn. Sie beschreibt das Ehrenamt als einen für sie wichtigen Lebensinhalt und sitzt im Gemeindekirchenrat Oldenburg-Osternburg. In die Synode ist sie zum dritten Male gewählt worden und gehörte hier bisher dem Rechts- und Verfassungsausschuss sowie der Steuerungsgruppe an. Sie machte darauf aufmerksam, dass nach den Strukturreformen der letzten Jahre nun wieder vermehrt inhaltliche und theologische Themen bearbeitet werden müssen. Ihre Kandidatur stellte sie unter das Motto: „Vielleicht muss soviel Neues auch mit Neuem begonnen werden.“ Das wird es offensichtlich auch. Neben ihr wurden drei weitere Frauen ins sechsköpfige Präsidium gewählt, so dass dort jetzt „Frauen-Power“ angesagt ist.


Nach ihrer Wahl empfing die frischgebackene Präsidentin die Glückwünsche des Bischofs und des vorherigen Präsidenten Heinz Heinsen, legte das Gelöbnis ab und übernahm sogleich den Vorsitz. In ihrer ersten Ansprache wies sie daraufhin, dass neue Impulse und Grundlagen für Ehrenamtliche geschaffen werden müssten, und dass die Gestaltung der gemeinsamen Kirchenausschuss ihre erste große Herausforderung sein werde. Als Reaktion auf die drastisch verlorene Wahl legte Heinz Heinsen sein Mandat nieder und verlies die Synodentagung. Er war 15 Jahre Synodenpräsident gewesen und hatte nun völlig unerwartet nur noch wenige Stimmen erhalten. Bischof Krug besuchte ihn noch am selben Abend zu Hause. 

Als nächstes wurden die Ausschüsse besetzt. Einige sind zusammengelegt worden, so dass neben dem Geschäfts-, dem gemeinsamen Kirchen- und dem Wahlausschuss noch fünf weitere Ausschüsse bestehen, die sich mit den inhaltlichen Fragen unserer Kirche auseinandersetzen:


Nach der Wahl des gemeinsamen Kirchenausschusses wies Synodaler Pfr. Dede darauf hin, dass unsere Kirche nach den zahlreichen Diskussionen über Kirchenkreis- und Verwaltungsreformen nun wieder daran gehen muss, die „alte Botschaft neuen Menschen bekannt zu machen“.


Als Themenvorschläge für kommende Synodentagungen wurden „Bildungsarbeit in den Kirchengemeinden“, „Ehrenamt“ und „Kirchenmusik“ eingereicht. Auf der nächsten Synodentagung vom 21.-23. Mai wird aber erst einmal die Wahl eines neuen Bischofs (oder einer Bischöfin?) im Mittelpunkt stehen.


   

Matthias Bruns